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Erfahrungsbericht 

Wie vielleicht so manch anderer Pferdemensch bin ich erst durch die leidvolle Erfahrung, dass 
Boxenhaltung in jeder Hinsicht eine Sackgasse ist, zu dem Entschluss gelangt, meinen beiden Pferden 
(jetzt 9­jährige Bayr. Warmblutstute und 19­jähriger Oldenburger­Wallach) ein Leben im 
Bewegungsstall zu ermöglichen. Die Ausgangslage: die Stute hatte einen wiederholten bzw. nicht 
ausgeheilten Sehnenschaden, der mit dem üblichen Führen, Schrittreiten und langsamen 
Pensumssteigern nicht in den Griff zu bekommen war. Die Stute hatte einen derartigen Stallmut 
entwickelt, dass auch mit Beruhigungsmitteln jeder schonende Aufbau misslingen musste. Nach einer 
Stammzellentherapie entschloss ich mich, grundlegend etwas zu verändern, um dieses damals 6­jährige 
Pferd doch noch irgenwie in die Gänge zu bekommen. Der Wallach hatte sportlich schon einiges 
geleistet, war aber meiner Meinung nach weder ein besonders motiviertes Dressurpferd noch im 
Springen wirklich ausbaubar: kurz, sein Potential schien mir ausgeschöpft. Die Gesundheit erhalten, 
war bei ihm mit 16 Jahren die Devise.
Doch dann wurde alles anders: mein Besuch in Harrain bei Carola Brandt ließ mein Herz höher 
schlagen: am liebsten hätte ich gleich auf der Stelle den Einstellungsvertrag unterschrieben. Eine 
himmlische Ruhe, entspannte Pferde, den Blick über Koppeln und Wald schweifen lassend dachte ich 
mir: das ist es! So will ich, das meine Pferde leben! Und habe es bis heute nicht bereut, 
sondern in dieser Zeit so viel über mich, meine Pferde und Pferde im allgemeinen und die Reiterei, 
wenn sie stressfrei ausgeübt werden kann, dazugelernt, dass ich sagen muss: was für ein Glück!

Zwei Dinge haben mich, abgesehen von der sicherlich spannenden Zeit der Eingewöhnung, am Anfang 
sehr beschäftigt: das Futter (bzw. wie viel Futter und wie viel von welchem?) und der Hufbeschlag. Als 
Mensch, der von der Boxenhaltung her kommt, hat man ja nicht viel Einfluss auf diese beiden Dinge. 
Für beides gilt: ausprobieren! Die viele Bewegung, die unsere Pferde haben, verlangt doch eine relativ 
hohe Energiezufuhr, und schwerfuttrige Pferde wie manche Warmblüter können da erst mal schon 
etwas an Substanz verlieren. So z.B. der Wallach – erst als seine Kraftfutterration noch einmal deutlich 
höher lag als ursprünglich angesetzt, begann er sich besser einzugliedern und den anfänglichen 
Gewichtsverlust auszugleichen. 
Der Hufbeschlag: hier gilt ähnliches! Nachdem unsere Pferde hinten kein Metalleisen tragen, gibt es 
mehrere Möglichkeiten des Hufschutzes: zur Auswahl stehen verschiedene Kunststoffbeschläge – die 
ich alle durchprobiert habe und letztendlich beim Barhuf geblieben bin. Ich denke, ein kleineres Pferd 
hat evtl. durch den geringeren Drehmoment hinten eine Chance, dass die Dinger dran bleiben; bei 
größeren Warmblütern gelingt das meist nicht.  Kunststoffbeschlag ist daher immer ein Kompromiss. 
Wo's geht, bin ich für barfuß, bei Bedarf in Kombination mit Hufschuhen zum Ausreiten ins Gelände. 
Viel Bewegung bedeutet viel Durchblutung, aber auch viel Abrieb. Hier muss man sehr gut beobachten 
und ist gut beraten, wenn man einen (sehr) guten Hufschmied hat!

Alle weiteren Umstellungsprobleme, die man als Boxenpferdbesitzer haben könnte – friert mein Pferd 
im Winter, wenn es keine Decke anhat? Was macht es in der Nacht, wenn es nicht eingesperrt ist? Fühlt 
es sich in der Herde nicht überfordert? ­ haben mich nicht so sehr berührt, weil ich beobachten konnte, 
dass man sich schon auf die Pferde verlassen kann: zum Glück haben sie noch ihren Instinkt, und sie 
wissen, was für sie gut ist. Wir können getrost Verantwortung abgeben und unseren Pferden durchaus 
zutrauen, dass sie ihren Weg gehen. Das Loslassen­Können trainert man da wie von selbst. 

Und sie danken es uns mit einer Zufriedenheit, Gelassenheit und Motivation, die nirgends sonst 
zu haben ist: hier möchte ich kurz die Erfolge ansprechen, die ich nach meinem Entschluss zur Umstellung 
quasi ernten konnte und von denen ich nicht im Traum gedacht hätte, dass sie sich einstellen. Meine 
Stute hat mittlerweile ihre jugendlichen Phasen ziemlich abgelegt und reift derzeit zu einem höchst 
vielversprechenden Pferd mit toller Ausstrahlung und Charme heran (derzeitiger Ausbildungsstand 
etwa Kl. L). Mein Wallach ist zu dem vielzittierten kleinen Lipizzaner geworden, der er wohl auch 
schon im früheren Leben war: seine sehr ranghohe Position in der Herde fördert sein Selbstbewusstsein 
enorm, so dass Lektionen wie Piaffe/Passage und insbesondere Levade sich sozusagen von selbst im 
täglichen Spiel mit seinen Kumpels ergeben (Kapriole und Courbette konnten wir auch schon 
beobachen...) An dieser Stelle möchte ich besonders meinen Ausbildern Desmond O'Brien und Claudia 
Weiser danken, ohne die diese Ausbildung bis zur Hohen Schule nicht möglich gewesen wäre.

Ein weiterer Dank gilt natürlich dem unermüdlichen Einsatz von Carola und Alex Brandt. Ohne sie 
und ihre Vision von der artgerechten Pferdehaltung nach dem Schauer­System wäre das alles nicht 
möglich geworden. Wo Menschen mit einer derartigen Überzeugung und Energie an etwas arbeiten, 
was sie für richtig finden – das ist einfach ein ganz besonderer Ort, oder nicht? Ich wünsche uns 
weiterhin viel Erfolg in der Umsetzung unserer Ideen auf dem Weg zu einer pferdegerechteren Welt – 
ein Weg, der sicht lohnt, denn geht's dem Pferd gut, geht's dem Menschen gut!

Edith H.

 

     
   
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